Blogbeitrag 22.08.2025 Thema Vergebung
Das Thema Vergebung ist zur aktuellen Zeit eines der brisantesten Themen in der spirituellen Szene als auch einer der meist gesuchten Begriffe im Internet.
Häufig ist zu lesen, dass die Vergebung den inneren Frieden bringt und das Übel allerlei Probleme darstellt.
Innerer Friede ist das was die meisten Menschen sich wünschen, frei zu sein von Groll, Wut, Verbitterung und im schlimmsten Fall von Rache und Hass.
Wenn jemand das Gefühl von Rache verspürt, kannst du davon ausgehen, dass diesem Menschen eine zu tiefst verletzende Erfahrung gemacht hat. Eine Verletzung, die das Rationale komplett ausgeschalten hat. Dieser Mensch hat sich sozusagen abgespalten von jeglicher Moral und Ethik, eine Ungerechtigkeit erfahren, die zu keinem Zeitpunkt weder gesehen noch ausgeglichen wurde.
Für diesen Menschen gibt es nur eine Möglichkeit, dass Hass und Rachegefühl zu beseitigen, die Vergeltung. Es ist eines der extremsten Empfindungen von Wiedergutmachung, die sehr unterschiedliche Nuancen haben kann.
Nun möchte ich mich jedoch in dem heutigen Beitrag, nicht dem Extrem von Hass widmen sondern den Zwischenschattierungen, die dennoch das Gefühl von Vergeltung hervorrufen.
Ich empfinde es zunächst einmal sehr schwierig zu starr und absolut ein Gefühl einer Reaktion zu zuordnen, da in den meisten Fällen an Extremen gemessen wird und eingeordnet wird.
Vergeltung möchte immer dann zu Tage kommen, wenn wir etwas sehr Schwerwiegendes erfahren haben. Eine Verletzung unserer tiefsten Seelenessenz., was zu meist als Trauma bezeichnet wird., sofern es schulpsychologisch festgestellt bzw. kategorisiert wird. Hier in diesem Beitrag lege ich mich jedoch nicht auf Begriffsdefinitionen fest bzw. orientiere mich auch nicht an Richtlinien, die ein Trauma berechtigen.
Alles was ich beschreibe, sind meine eigenen Schlüsse und Erkenntnisse die keinen Wahrheitsanspruch betiteln und keine ärztliche Diagnose darstellen.
Von der Vergeltung zur Vergebung…. Ist es ein sehr langer und schmerzhafter Weg. Egal wo du gerade stehst, denke bitte daran dass das Gefühl von Vergebung die letzte, allerletzte Instanz ist die du anzustreben vermagst, aber nicht unbedingt sinnvoll oder der AllHeils Bringer ist.
Vergebung ist ein sehr großes Wort, mächtig und beinhaltet sehr viel mehr, als einen bloßen Gedanken. Vergebung beschreibt alle deine Schmerzen, Verletzungen, Vergehen, Fehltritte. Du kannst kaum jemandem verzeihen, wenn du nicht bereit bist, deine eigenen „Missetaten“ zu vergeben. Dabei möchte ich betonen, dass es beim vergeben der eigenen Irrwege in keinster Weise darum geht, gleiches mit gleichem zu vergelten oder aufzuwiegen. Eine Ungerechtigkeit die dir widerfahren ist, ist die Verantwortung des jenigen der es verursacht hat. Das was dir wahrscheinlich Schwierigkeiten bereitet ist der Umgang mit dessen, was eine menschliche Reaktion verursacht hat, die dir wiederum Schuld bereitet in Form von Glaubenssätzen oder konditionierter Muster.
Genau an dem Punkt ist es erforderlich eine Trennung vorzunehmen und zu unterscheiden.
Du trägst lediglich die Verantwortung für deine Gedanken und Entscheidungen, jedoch musst du nicht die Last jener tragen die dich verletzt oder weh getan haben.
Wenn wir Vergebung üben wollen, sind wir in erster Linie uns selbst gegenüber verpflichtet um weiteren Schaden abzuwenden, weil es das ist was wir kontrollieren können. Die Vergebung unserer eigenen Gedanken und Gefühle. Das bedeutet auch, uns selbst nicht zu verurteilen, zu akzeptieren, das wir fühlen was wir fühlen. Vergebung heißt nicht gut heißen, sondern akzeptieren und annehmen was ist. Wenn du wütend auf jemanden bist, dann bravo, ein zu tiefst menschliches Gefühl, es bedeutet das du lebst, dass du Werte hast, eine Moral und Ethik und es ist dein gutes Recht dafür einzustehen. Wut macht Mut, im Sinne dass du Grenzen aufzeigst und nicht länger bereit bist, die Verantwortung für das Handeln anderer zu übernehmen, in dem sie deine eigenen Grenzen überschreiten.
Nun meine eigenen Gedanken zum Thema Vergebung. Ich vergebe nicht mehr und ich lasse mir auch von keinem mehr erzählen, ich müsste vergeben um zu „ihrem“ Frieden zu kommen.
Frieden in mir bedeutet, dass ich mit allem dacor bin was ich fühle. Was nicht heißen soll, dass ich wie die Axt im Walde im Außen agiere. Sondern ich bin im Frieden und nehme mich an und schließe Frieden mit mir selbst, mit der Wut, dem Groll, der Verbitterung dem Wunsch nach Vergeltung.
Ich nehme all das an, was in mir wirkt und sehe es und gebe Raum von Verständnis.
Innerer Frieden bedeutet nicht, Harmonie zum Schein, es bedeutet auch nicht, was da ist zu unterdrücken.
Unfrieden entsteht wenn wir etwas bekämpfen wollen, weghaben, nicht da sein.
„Niedere“ Gefühle wollen gesehen werden, nicht bekämpft.
Wenn mir jemand weh tut, hab ich meinen Frieden in der Wut, weil Wut macht Mut und ermächtigt mich, das Wehtun zu minimieren.
Muss ich vergeben für inneren Frieden, muss ich vergeben, für das eigene Wohlbefinden?
Nein, muss ich nicht, wenn Vergebung bedeutet, ich unterdrücke meine eigenen Gefühle.
Vergebung ist auch etwas was du nicht forcieren kannst, es stellt sich ein, wenn deine Seelenessenz dazu bereit ist. Vergebung ist ein Prozess, ein innerer und unterbewusster den wir nicht steuern können. Vergebung fühlst du, tief in deinem Inneren, ohne Karteikarten, Mantras oder Affirmationen.
Vergebung hat auch immer etwas mit Gerechtigkeit zu tun . Häufig könne wir eher vergeben, wenn wir wissen, dass eine uns ereilte Ungerechtigkeit Widergutmachung erfährt.
Das ist kein Garant, aber eine Option.
Wir sind einfach menschliche Wesen auf dieser Erde, ausgestattet mit einer riesigen Bandbreite an Emotionen und Gefühlen. Wir sind hier, um zu fühlen, nicht sie wegzumachen, die schönen als auch die sogenannten unschönen, die auch ihre Berechtigung haben . Die unschönen dienen uns als Wegweiser um festzustellen, dass etwas gerade in der Schieflage ist um es zu korrigieren.
Wenn wir diese nicht gewollten Gefühle und Emotionen nicht mehr hätten, würden wir nicht mehr erkennen, wo Ungerechtigkeit geschieht, wir wären stumpf, ohne Mitgefühl und gleichgeschaltet, Unmenschen.
Diese Form gleicht dem Transhumanismus, den die Wenigsten wollen.
Sei ein Mensch und lebe und liebe dich mit all deinen Facetten.
Alles Liebe Anja